stiftungsurkunde1868 wurde die Schule als humanistisches Gymnasium nach einem königlichen Dekret gegründet. Dieses Gymnasium Chemnitiense steht in der Tradition der 1399 eröffneten Lateinschule, die durch ihre humanistische Bildung und Erziehung über Jahrhunderte Generationen von Schülern prägte. Das erste Unterrichtsgebäude war in der Annaberger Str. 25 beheimatet.

Im Mai 1871 fand die Grundsteinlegung an der Hohen Straße, am Rande des Kaßbergs statt. Die feierliche Weihe des neuen Gebäudes erfolgte im Oktober 1872. Dieses Gebäude gehört zu den schönsten Gebäuden des Kaßberges und ist in einem parkähnlichem Gelände gelegen. Anlässlich der Einweihung erhielt das Gymnasium eine Schulfahne. Ihre Schüler trugen blaue Mützen als äußeres Zeichen für den Besuch dieses Gymnasiums. Stetigkeit und Regelmäßigkeit gehörten zu den wichtigsten Grundsätzen der Arbeit.

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 Ab 1873 wurde jährlich ein Programm des "Königlichen Gymnasiums zu Chemnitz" herausgegeben, das immer einen von einem Lehrer verfassten wissenschaftlichen Artikel enthielt sowie über die Höhepunkte des Schuljahres informierte. Die Anzahl der Schüler stieg ständig, so dass ein Anbau notwendig wurde. Bis 1918 erhielten 1368 Schüler ihr Abitur.

 

 

 

 

In der Zeit des Ersten Weltkrieges war oft kein geregelter Schulbetrieb möglich. Schüler, die sich als Freiwillige für den Krieg meldeten, mussten Notprüfungen ablegen. Manchmal fiel der Unterricht aus, weil aus Kohlemangel nicht geheizt werden konnte. Die Nachwirkungen des Krieges waren noch einige Jahre spürbar. Die neue politische Lage nach dem Ersten Weltkrieg führte auch zu Veränderungen in der Schule.

 

Staatsgymnasium

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 Die Schule wurde zu Beginn der Weimarer Republik in Staatsgymnasium umbenannt. Der Stundenplan wurde verändert; so wurden die Stunden für Deutsch, Geschichte und Erdkunde erhöht, aber die für die alten Sprachen vermindert. Trotzdem änderte sich nichts an der humanistischen Ausrichtung unseres Gymnasiums. In dieser Zeit wurde ein Verein der Freunde des humanistischen Gymnasiums gegründet, der in der Öffentlichkeit für die Schule wirkte.

 

 

 

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 1922 wurde die erste Schülerin aufgenommen, so dass aus der Lehranstalt für Jungen eine gemischte Schule wurde. Gegen Ende der Weimarer Republik - in den Jahren 1930 bis 1932 - machte sich die Not der Wirtschaftskrise auch in der Schule bemerkbar. So kam es zu einer Verkürzung des Unterrichts und zu Einsparungen bei Lehrerstellen und Lehrmitteln. Die darauffolgenden Jahre stellten die Schule jedoch vor noch größere Probleme.