Eines der bedeutendsten kulturellen Ereignisse der Stadt Chemnitz feierte in diesem Jahr Jubiläum. Die einwöchige Filmschau zeigte wieder ein breites Spektrum anspruchsvoller Filme.

Erste Einblicke in den neuen Katalog


Die Palette reichte vom einfühlsamen Kinderfilm „Zugvögel" über die ergreifende Filmgeschichte „Enklave" bis hin zum verstörenden, aber hochaktuellem Werk „Wir sind jung.Wir sind stark".

 

Der ungarische Film „Pfote" erhielt den Europäischen Kinderfilmpreis. Eine Jury aus 18 Kindern neun verschiedener Nationalitäten entschied sich für diese deutsche Erstaufführung.

Schlingel-Talk mit dem japanischen Regisseur Daishi Matsunaga („Pietá in der Toilette“)  Carlos Lascano aus Argentinien / Spanien

Insgesamt wurden 14 Preise vergeben. Die einzelnen Jurys hatten bei der Wahl keine leichte Aufgabe. Die Begründungen kann man unter www.ff-schlingel.de nachlesen.

Auch in diesem Jahr war das Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasium Partner des Festivals. Von 2011 bis 2013 stellte unsere Schule die Juniorjury. Seit 2014 übernehmen wir die Jugendjury. Diesmal standen 9 Filme im Fokus einer tiefgründigen Betrachtung. Eingehend wurde jeweils der Plot, die Schauspielerleistung, die Kameraführung, der Filmschnitt und die Musik hinterfragt.

Gesprächsrunde zum Kurzfilm „Lila“  

Die mehrstündige Abschlussdiskussion ergab dann zwei Favoriten. Der Preis der Jugendjury ging an den französischen Film „Young Tiger" und eine lobende Erwähnung bekam der britische Film „Social Suicide". Aber auch der Film „Ich und Earl und das Mädchen" stand hoch im Kurs.
Allen Filmen kann man nur wünschen, in deutsche Kinos zu kommen. Letztgenannter Film hat Ende Oktober seinen Kinostart.

Neben den Spielfilmen werden beim Schlingel-Filmfestival auch viele Kurzfilme präsentiert.
6 Kurzfilmprogramme verteilten sich auf die ganze Woche. Besonders beeindruckend war wieder „Die lange Nacht der kurzen Filme". Deutsche und internationale Erstaufführungen sowie viele Filme aus den letzten beiden Jahren beeindruckten durch ihre inhaltliche und gestalterische Vielfalt. Für Filmfreude sind die Kurzfilmprogramme eine echte Bereicherung.

Ein Kurzfilm stand aber in einem besonderen Licht. Inspiriert vom neunminütigen Streifen „Lila" entstanden im Kunstunterricht der Klassenstufe 11 und 12 grafische und farbgrafische Blätter. Die gelungensten Werkreihen sind zur Zeit in der Lehrerausbildungsstätte ausgestellt. Im November wandert die Ausstellung dann ins Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasium.

  In der Lehrerausbildungsstätte werden Schülerarbeiten aus den Kunstkursen 11 und 12 gezeigt,                     die ihre Inspirationsquelle im Kurzfilm „Lila“ hatten.    Im Dialog zu einer Werkreihe

Die Festivalleitung war von diesem Kunstprojekt so begeistert, dass man den Regisseur Carlos Lascano von Madrid nach Chemnitz holte. Ein mehrstündiger Schlingel-Talk fand am Freitag statt. Der Regisseur war von den ausgestellten Arbeiten sehr angetan und schrieb in den Katalog: „Thanks for the inspiration and for make my day full of magic."

Die Jugendjury des Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasiums bei der Preisverleihung 2015  Der französische Regisseur Cyprien Vial erhält für den Film „Young Tiger“ den Preis der Jugendjury.

Der britische Regisseur Bruce Webb bekommt für seinen Film „Social Suicide“ eine lobende Erwähnung.  Der Moderator bedankt sich bei Jacob, Vincent, Sarah, Sina, Anna, Felicitas und Valentin (v.l.n.r.).

Unser drittes Schlingel-Projekt konnten alle Kinobesucher bewundern. Die große Filmklappe, gestaltet von 7 Schülerinnen aus der Klassenstufe 10, war nicht nur Blickfang an der Kinokasse sondern verwies auf die erfolgreiche Festivalgeschichte.

Text: Jürgen Pinkert; Kunstlehrer                                                                          alle Fotos: Lásló Tóth