1. Sozialraumanalyse:

Obwohl Schüler aus der gesamten Stadt Chemnitz und vereinzelt auch aus den Umlandgemeinden unsere Schule besuchen, wohnt doch ein erheblicher Anteil der Schüler in näherer Umgebung der Schule auf dem Chemnitzer Kaßberg. Der Kaßberg ist der bevölkerungsreichste Stadtteil von Chemnitz und zählt zu den größten Gründerzeit- und Jugendstilvierteln Deutschlands. Mit einer Fläche von ca. 2 km2 und etwa 17000 Einwohnern weist das Gebiet eine sehr hohe Bevölkerungsdichte auf.
Die ökonomische Situation in den Familien unserer Schüler wird von uns als überdurchschnittlich gut empfunden. Ein überdurchschnittlich großer Anteil der Schülerschaft unserer Schule scheint aus gutsituierten und bildungsnahen Familien zu entstammen. Viele Schüler nutzen in ihrer Freizeit weitere Freizeit- und Bildungsangebote, wie z.B. Sportvereine oder die benachbarte Musikschule. Mit drei Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen (Kraftwerk e.V., Haus Arthur und Musikschule) sowie den zahlreichen weiteren Angeboten und Maßnahmen der Jugendhilfe stehen Schülern neben der Schule vielseitige Angebote zur Verfügung.
Generell ist der Fortbestand dieser Kinder- und Jugendfreizeitstätten in Abhängigkeit vom Bedarf, von der Haushaltslage der Kommune und des Beschlusses des Jugendhilfeausschusses zur weiteren finanziellen Förderung abhängig.
Unter den ca. hundert Schülern einer Jahrgangsstufe gibt es regelmäßig ungefähr 5 Schüler mit diagnostizierter Teilleistungsschwäche, meistens LRS.
Am Karl- Schmidt- Rottluff- Gymnasium lernen aktuell 45 Schüler mit DaZ in 2 VKA- Klassen.
Unterstützung erfahren die Schüler, Eltern und Lehrer u.a. durch eine Sozialpädagogin, die seit Beginn des Schuljahres in Kooperation mit Solaris FZU an unserer Schule arbeitet.
Alle Schüler streben den Schulabschluss der allg. Hochschulreife an, jedoch verlassen jährlich ca. 5 (meist weniger) Schüler die Schule mit einem Abgangszeugnis, das ihnen den Oberschulabschluss bescheinigt. Der Anteil der Wiederholer einer Jahrgangsstufe lag in den letzten 3 Jahren zwischen 2% und 3%.
Nach unseren Beobachtungen widerspiegeln sich aber auch in unserer Schülerschaft die gesellschaftstypischen Entwicklungen im Arbeits- und Sozialverhalten: Zahlreiche Kinder leben in Patchwork-Familien. Wir vermissen eine starke emotionale Bindung der Schüler an die Schule, die sich in einer hohen Bildungs- und Lernbereitschaft manifestiert. Wir beobachten auch Defizite bei längerfristiger Konzentration, unbefriedigende Feinmotorik und eine Ausprägung von Sprachkompetenzen, die hinter unseren Erwartungen an Gymnasiasten zurückbleibt. Eine Verringerung dieser Defizite, die uns auch ursächlich für fehlenden Bildungserfolg zu sein scheinen, ist neben stärkeren emotionalen Bindung der Schüler an die Schule maßgebend für die Zielsetzung unserer Ganztagsangebote.

2. Ziele für Antragszeitraum:

Uns geht es mit diesem Antrag nicht um eine Neugestaltung der GTA, sondern um eine Weiterführung von Bewährtem sowie Ergänzung durch Angebote auf Schüler- und Elternwunsch, was von Schülern, Eltern und Lehrern gut angenommen wird. Dieser Zuspruch bestärkt uns darin, unser Konzept mit den gesteckten Zielen weiter zu verfolgen, um auch die Schüler der kommenden Klassenstufen mit den auf sie zugeschnittenen Angeboten vertraut zu machen, zu fördern.
Gemäß unserer GTA- Bezeichnung „Ein Garten der Sprache“ soll auch weiterhin vorrangig der bewusste Umgang mit Sprache gefördert werden. Auch im kommenden Schuljahr wollen wir für die neuen Schüler in den einzelnen Klassenstufen diesen Garten entsprechend der unterschiedlichen Fähigkeiten und Interessen der Schüler u. a. „bepflanzen“ durch zusätzliche bzw. vertiefende Sprachkurse (Spanisch in Klasse 6 , Cambridge für die Kl. 10/11), „pflegen“ in den Angeboten 16,18,19, 28, 29 oder dem Projekt „Jugend debattiert“ ab Klasse 8, durch künstlerische und musikalische Angebote (z.B. Chor (3,24,30), Keyboard (5), Schulband (23), Kunstwerkstatt (32)) oder durch die „Bücherwürmer“ (2,13) in Zusammenarbeit mit der Schulbibliothek sowie Stadtbibliothek.
Die individuelle Sprachkompetenz, das Selbstvertrauen unserer Schüler sollen damit weiter „wachsen und gedeihen“, sodass die „Ernte“ sich in der zunehmenden Präsentationsfähigkeit der Ergebnisse, u. a. bei Theateraufführungen, Chor-, Literatur- und Fremdsprachenprogrammen zur Ausgestaltung des schulischen und außerschulischen Lebens, der erfolgreichen Teilnahme an unterschiedlichen Wettbewerben, wie z. B. der Schultheaterwoche, dem Bundeswettbewerb „Jugend debattiert“ oder dem Bandwettbewerb zeigt.
Sehr am Herzen liegt uns auch die qualitative Weiterentwicklung unserer Schülerzeitung und die Gewinnung von „Reporternachwuchs“.
Zusätzlich wollen wir durch gezielte Hausaufgabenbetreuung, initiierte Lernpatenschaften innerhalb der Klassen oder Methodentraining die Lern- und Sozialkompetenz der Schüler fördern, da auch der Unterricht im Blockmodell die Anwendung neuer Methoden und selbstständiges und selbst organisiertes Lernen der Schüler möglich macht, auf das sie vorbereitet werden müssen.
Unserem GTA- Motto fühlen wir uns auch verpflichtet, wenn es um die Schüler mit der Teilleistungsschwäche LRS geht. Da unser „Garten“ auch ein Ort der aktiven Erholung sein soll, unterbreiten wir in den Klassenstufen 5/ 6 zum Ausgleich auch Angebote mit Bewegung Tanzen und Bewegung (6,20), Sportspiele (8,11). Auch am Nachmittag stellen wir für künstlerisch, sportlich oder musisch Interessierte sowie für Schüler unserer VKA- Klassen verschiedene Angebote in den AGs zur Auswahl. Die Vielfältigkeit der Angebote strebt langfristig das Miteinander zu einem Gesamtprojekt an, das in einem 2- sprachigen Theaterstück ( arabisch- deutsch) in Zusammenarbeit mit den Schülern der VKA- Klassen seinen Ausdruck finden soll (Zusammenarbeit von Theater-, Nähwerkstatt, Medienerziehung, Chor, Tanz, Schülerband, ...). 
Im Sinne der Identifizierung der Schüler mit ihrer Schule sollen sich die GTA im AG- Bereich auch für die Klassen 8-12 öffnen, so dass durch das Projekt altersübergreifend Zusammengehörigkeit und Teamfähigkeit gefördert und von Schülern, Eltern und Lehrern als emotionaler Höhepunkt im „Erlebnisort Schule“ erfahren werden kann. Die Ergebnisse der Angebote sollen u. A. in der Aktualisierung der Ausgestaltung des Schulhauses und bei Veranstaltungen zum Tag der offenen Tür, dem Weihnachtskonzert, dem Talentefest, der Teilnahme z.B. an Robotik- Wettkämpfen, am alljährlichen Solarmodellrennen usw. für alle sichtbar werden.

3. Bezug zum Schulprogramm:

Das im Schulprogramm festgeschriebene Motto unserer Schule lautet: „Innovation aus Tradition“. Es bringt zum Ausdruck, dass wir uns der humanistischen Tradition unseres Gymnasiums verpflichtet fühlen. Diese Traditionen sehen wir vor allem in der altsprachlichen Ausbildung und im sprachlichen Profil. Die Schule soll ein Ort des Lernens und des Lebens sein. Auch die Förderung von Interessen, Neigungen und Begabungen ist uns wichtig. Einige der angedachten Projekte aus diesem Antrag werden bereits im Schulprogramm in der vorliegenden Form beschrieben, z.B. die Bibliothek oder das Projekt „Jugend debattiert“.

(Siehe auch Schulprogramm)

 

4. Begründung der Schwerpunktsetzung:

Seit Jahren beobachten wir bei den Schülern ein geringer werdendes Vermögen mit der deutschen Sprache umzugehen. Dies wird in nahezu allen Unterrichtsfächern und in allen Jahrgangsstufen sichtbar. Das Erfassen von umfangreicheren Texten und -strukturen fällt Schülern immer schwerer. Davon betroffen sind sowohl Sachtexte im natur- und gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht, als auch literarische Texte im Deutschunterricht. Es ist zu beobachten, dass die Schüler immer weniger in der Lage sind, umfangreichere Texte zu produzieren und präsentieren und sich exakt, verständlich, frei und angemessen auszudrücken.
Der souveräne Umgang mit Sprache ist jedoch eine grundlegende Voraussetzung für die Entwicklung von Denkprozessen und damit auch für die Erreichung gymnasialer Bildungsziele. Darüber hinaus ist er perspektivisch für die Schüler notwendig, um künftig den Anforderungen der Wirtschaft gerecht zu werden. Dass die Schüler diesen Anforderungen immer weniger entsprechen, wird lt. Delphi-Studie u. a. im Mangel an interdisziplinärem Denken, Analyse-, Kooperations-, Kritik- und Präsentationsfähigkeit gesehen. Dieser Entwicklung wollen wir durch unser GTA entgegenwirken.
Die Ursache für diese Entwicklung sehen wir u. a. in einer zunehmenden Technisierung der Umwelt unserer Schüler.
Andererseits ergibt sich aus den Ergebnissen der PISA- und TIMMS- Studien und den gesellschaftlichen Erfordernissen die Notwendigkeit, naturwissenschaftliche Bildung auszuweiten und handlungsorientiert zu vermitteln.
Insgesamt sollen die neu aufzunehmenden Schüler am Gymnasium ihre Schule auch über den Unterrichtsalltag hinaus als einen Ort aktiver kultureller Begegnung erfahren. Durch alternative Angebote, bei denen es vorrangig um die bewusste Beschäftigung mit Sprache geht, sollen sie ihrer Persönlichkeit und ihren Fähigkeiten entsprechend gefordert und gefördert werden, um kurzfristig die Integration zu erleichtern, mittelfristig Wiederholungen von Klassenstufen zu vermeiden und langfristig ihnen ein Rüstzeug für die späteren Anforderungen und Herausforderungen der Gesellschaft und des Lebens mitzugeben. Sie erfahren und entwickeln die o. g. Kompetenzen auf unterschiedliche Art und Weise, was sich u. a. im Schulklima, geprägt von einem fairen Umgang miteinander und der verbalen Konfliktbewältigung, widerspiegeln soll sowie der Wirkung der Schule nach außen. Wir wollen damit Werte der klassischen humanistischen Ausbildung vermitteln.


5. Organisationsform/Mindestanforderungen der Kultusministerkonferenz:

Wir haben uns für die teilweise gebundene Form von Ganztagsangeboten in den Klassenstufen 5 und 6 entschieden, d. h. jeder Schüler besucht wahlobligatorisch ein in den Stundenplan integriertes Angebot für seine Klassenstufe.
Bei Schülern dieser Jahrgangsstufen besteht besonderer Betreuungsbedarf bis in die späteren Nachmittagsstunden hinein, welchem wir durch die verschiedenen Angebote und durch den Schulclub gerecht werden wollen. Außerdem scheint es uns auch besonders wichtig, in diesem Alter die Ausbildung sprachlicher Kompetenzen noch mehr zu forcieren. Zugleich wollen wir uns die große Neugierde und Aufgeschlossenheit der neuen Gymnasiasten zu Nutze machen.
Ab der Klassenstufe 7 ist das Ganztagsangebot fakultativ.

Mindestanforderungen der Kultusministerkonferenz (KMK)

Ganztagsschulen sind demnach Schulen, bei denen im Primar- und Sekundarbereich I über den vormittäglichen Unterricht hinaus an mindestens drei Tagen in der Woche ein ganztägiges Angebot für die Schülerinnen und Schüler bereitgestellt wird, das täglich mindestens sieben Zeitstunden umfasst, an allen Tagen des Ganztagsbetriebs den teilnehmenden Schülerinnen und Schülern ein Mittagessen bereit gestellt wird, die nachmittäglichen Angebote unter der Aufsicht und Verantwortung der Schulleitung organisiert, in enger Kooperation mit der Schulleitung durchgeführt werden und in einem konzeptionellen Zusammenhang mit dem vormittäglichen Unterricht stehen.

Der Unterrichtstag am KSRG beginnt um 7.30 Uhr. Die Stundentafel der Jahrgangsstufen 5, 6 und 7 weist einschließlich des Förderunterrichts 33 Stunden auf. Statistisch gesehen sind dies 2 Unterrichtstage mit 6 Unterrichtsstunden und 3 Unterrichtstage mit 7 Stunden. Die 7. Unterrichtsstunde endet in unserer Schule um 14.15 Uhr. Den Schülern steht täglich eine Pausenversorgung mit Mittagessen zur Verfügung.

Die Angebote, die hier beantragt werden, gehören zum schulischen Konzept und liegen im organisatorischen Verantwortungsbereich des Schulleiters, sie werden größtenteils von Lehrern der Schule begleitet und die teilnehmenden Schülern entsprechend beaufsichtigt. Die zeitliche Einordnung in den Schultag erfolgt im Rahmen der Erstellung des Stundenplans. Die Vorgaben der KMK sehen wir damit als eingehalten.

6. Rhythmisierung:

Seit September 2006 findet der Unterricht im Blockmodell statt, d.h. ein Lernblock umfasst 90 Minuten. Dies fordert von den Schülern ein hohes Maß an Konzentrationsfähigkeit, sodass die Unterrichtsgestaltung von wechselnden Methoden und Phasen geprägt sein muss. Dieses Modell bietet für den Fachunterricht außerdem mehr Möglichkeiten den handlungs- und produktionsorientierten Unterricht in den Mittelpunkt zu rücken und den unterschiedlichen Lerntypen gerecht zu werden.
Zusätzlich ist es uns noch stärker möglich, mit öffentlichen Trägern, wie z.B. SAEK, Stadtbibliothek, Musikschule, Theater, Jugendhilfe, Universität oder religiösen Einrichtungen zusammenzuarbeiten.
Die Organisationsform unseres Ganztagsangebots als teilweise gebundene Form ist für die Schüler der Klassen 5 und 6 sowohl in den Schultag integriert als auch ihn abschließend.
Die Vielzahl der in den letzten Jahren neu aufgenommenen Schüler in Klasse 5 verlangt ein Splitting der Mittagspause, so dass allen Schülern das Mittagessen entweder zwischen der 5.Unterrichtsstunde und dem 3. Block (12.05 Uhr) bzw. nach dem 3.Block (13.00 Uhr) vor dem nachfolgenden Unterricht zur Verfügung gestellt wird. In dieser Zeit wie auch in der Frühstückspause lädt der Schulhof zur aktiven oder passiven Entspannung mit seinen vielfältigen Möglichkeiten (Sitzecken; Tischtennis, Fußball, ...) ein und seit mehreren Jahren steht jeder Klasse (5-7) eine „Spielkiste“ mit Sportgeräten (Federball, Softball, Gummitwist, Bowle u. a.) für eine aktive/ bewegte Pausengestaltung im Freien zur Verfügung.
Nach einer Erholungsphase am frühen Nachmittag, die die Schüler im Schulgelände bei o. g. sportlichen Aktivitäten, am Tischkicker, beim Schmökern in der Bibliothek oder in dafür geschaffenen und weiter zu schaffenden Ruheecken verbringen können, beginnen unsere GTA in Form der AGs, der Hausaufgabenbetreuung und der Aktivitäten im Schulclub, die klassenübergreifend zugänglich sind.

Der Schulclub wird in Kooperation mit solaris - Förderzentrum für Jugend und Umwelt gGmbH betrieben

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Öffnungszeiten: 11:30 Uhr – 15:30 Uhr (oder nach Bedarf)

 

Wo: Im Haus 2 in der 1.Etage

 

Angebote:

  • Bücher und Zeitschriften lesen und ausleihen
  • Filme und Hörbücher ansehen bzw. anhören
  • spielen (verschiedene Brettspiele, Tischtennis und auf dem Hof)
  • basteln (für anstehende Feste, Feiertage oder einfach so)
  • Hausaufgaben machen oder für Vorträge recherchieren
  • zusammen spielen (Frau Köhler denkt sich immer neue Sachen aus, z. B. Lesenacht, Kinonachmittag mit Popcorn

Außerdem könnt ihr hier euer Herz ausschütten!

Das alles und noch viel mehr könnt ihr im Schulklub bzw. in der Bibo machen!

Kommt vorbei – es lohnt sich!

 

(Autoren: GTA Bücherwürnmer)

 Der Fußballplatz im Hof des Hauses 2 bekam in den Sommerferien einen wetterfesten Belag. Jetzt wurde mit GTA-Mitteln auch noch ein Ballnetz montiert...

 

 

 

 

Das GTA-Angebot "Von der Idee zur CD" ist ein Angebot von Herrn Rico Bach und seiner Firma b-records.

Was da passiert schaut und hört man sich am besten an:

 

(Das erste Projekt im Schuljahr 2013)

Herr Bach bedankt sich an dieser Stelle ausdrücklich bei allen Kids für das rege Interesse und die vielen guten Ideen. Ein großer Dank geht auch an unsere wirklich talentierten Sänger, für das fleißige Üben ihres Satzgesanges - und wir bedanken uns natürlich bei Herrn Bach.

b-records bei facebook: www.facebook.com/b.records.multimedia

 

Hier ein weiteres Projekt:

 

(Schüler der Klasse 6 im Schuljahr 2013/2014)