Rahmenkonzept zum Betreiben des Schulklubs am Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasium Chemnitz

Der Schulklub am Karl- Schmidt- Rottluff- Gymnasium ist ein Angebot für Kinder und Jugendliche und orientiert sich an der Richtlinie des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus und Sport zur Förderung des Ausbaus von Ganztagsangeboten (FRL GTA) in Verbindung mit der Sächsischen Ganztagsangebotsverordnung (SächsGTAVO) und der Richtlinie des Amtes für Jugend und Familie zur Förderung von Angeboten der schulbezogenen Jugendarbeit der Stadt Chemnitz in ihrer jeweils aktuellen Fassung. Er ist Bestandteil der aktuellen Jugendhilfeplanung und wird durch die Stadt Chemnitz gefördert.

solaris LogoDer Träger Solaris FZU gGmbH Sachsen erbringt auf der Basis einer, mit der Schule geschlossenen, Kooperationsvereinbarung die Leistung zum Betreiben des Schulklubs. In dieser Vereinbarung, welche ohne Befristung abgeschlossen wurde, sind die Ziele, der Gegenstand der Zusammenarbeit, Verantwortlichkeiten, sowie das Verfahren zur Abrechnung der Zielerreichung festgelegt.

Die Vereinbarung liegt dem Amt für Jugend und Familie, dem Träger und der Schulleitung vor.

Ergänzend liegen die Zustimmung der Schulkonferenz vom April 2017 zum Betreiben eines Schultreffs und ein aktuelles Konzept von Solaris FZU gGmbH Sachsen bei.

Der Projektträger wird regelmäßig Angebote entsprechend des aktuellen Bedarfs vorhalten und durch das eigene breite Angebotsspektrum ergänzen.

 

Sozialräumliche Einordnung des Schulklubs und Zielgruppe der Angebote

Der Schulklub ist Bestandteil der Ganztagsangebote am Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasium im Chemnitzer Stadtteil Kaßberg.

Mit seiner langjährigen Tradition und wechselvollen Geschichte ist das Gymnasium ein Symbol der Stadt Chemnitz geworden und eng mit ihr verbunden. Seine verschiedenen Namen spiegeln die gesellschaftlichen Wandlungen seit der Gründung wider; trotz aller Veränderungen hat der humanistische Gedanke dieser Bildungseinrichtung überdauert. Seit der Gründung 1868 gibt es die Schule auf dem Chemnitzer Kaßberg. Der Namensgeber, Karl-Schmidt-Rottluff, ein ehemaliger Schüler des Gymnasiums, wurde später zu einem der bedeutendsten deutschen Expressionisten und Maler. Anlässlich der Erweiterung und feierlichen Einweihung des zweiten Schulgebäudes, wurde im Jahr 2002 aus dem Gymnasium „Hohe Straße“ das Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasium.

Die Kinder aus dem Nahraum der Schule kommen zu Fuß oder per Fahrrad, ein weiterer Teil der Schüler fahren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln und nutzen die Haltestellen Kaßbergauffahrt oder Kaßbergstraße. Das Stadtzentrum mit seinen kulturellen, Handels- und Verwaltungsgebäuden liegt unweit entfernt, hier befindet sich z.B. das TIETZ mit angegliederter Stadtbibliothek, das Rathaus und die Stadtverwaltung, das Sächsische Museum für Archäologie und vieles mehr. Ebenfalls bietet der nahe gelegene Schlossteich zahlreiche Möglichkeiten zum Entdecken und zur Erholung.  

Das Leitbild des Gymnasiums lautet „Innovation aus Tradition“. Auf den Traditionen der Schule begründet sich das Schulprogramm. Mit einer innovativen Idee, dies zu veranschaulichen, entstand ein Wandbild zwischen den Aulatüren in der 2. Etage des Hauses I.

Schwerpunkte des Schulprogramms:

  • Schule ein Ort des Lernens und Lebens
  • Freude am Erkennen und Verstehen als Schlüssel für Neugier, Anstrengungsbereitschaft und lebenslanges Lernen
  • Die Bildungs- und Erziehungsarbeit erfolgt schülerorientiert
  • Verbindung von Flexibilität und Erneuern
  • Schule ohne Rassismus/Schule mit Courage
  • Schule als kulturelles Zentrum/ Schule für den Urwald
  • Das Fach Latein besitzt eine Schlüsselfunktion in der Bildung
  • An der Schule können mehrere Sprachzertifikate abgelegt werden

Im Gymnasium werden Schülerinnen aus dem gesamten Stadtgebiet unterrichtet, sie kommen aus unterschiedlichen Familienstrukturen. Seit dem 2. Schulhalbjahr 16/17 werden Schülerinnen mit dem Schwerpunkt Deutsch als Zweitsprache, in eigens eingerichteten VKA-Klassen, unterrichtet und zum Teil in bestehende Klassen am Gymnasium integriert.

Die Schülerinnen müssen sich in Klassenstufe 7 für ein Profilunterrichtsfach mit drei Wochenstunden in den Jahrgangsstufen 8, 9 und 10 entscheiden. An der Schule werden derzeit zwei Profilfächer angeboten, sprachliches Profil (Russisch) und naturwissenschaftliches Profil.

Alle Schüler in Sachsen beginnen in der Klassenstufe 3 mit dem Erlernen der englischen Sprache. Englisch ist somit die verpflichtende 1. Fremdsprache. Im Gymnasium erlernen Schüler ab Klasse 5 oder Klasse 6 eine zweite Fremdsprache und ggf. im sprachlichen Profil eine dritte Fremdsprache.

Der Sportunterricht der SchülerInnen findet entweder in der Richard – Hartmann - Halle der Stadt Chemnitz oder in der Schulsporthalle auf dem Schulgelände des Hauses Haus I statt.

(Quelle: https://www.ksrgym.de/)                                                                                                         

Grundsätzlich steht der Schulklub mit seiner Niedrigschwelligkeit allen SchülerInnen der Klassen 5-12 offen. Insbesondere wendet er sich an SchülerInnen in sozial benachteiligten Lebenslagen und/oder an jene mit individuellen Beeinträchtigungen. Durch die integrierte Bibliothek wurde ein besonderer Ort zur Freizeitgestaltung geschaffen. Weiterer Handlungsbedarf lässt sich aus individuellen Problemen von den Schülerinnen ableiten. Einige Beispiele hierfür sind u.a.: schulische, soziale oder persönliche Problemen; Belastung bei Streitigkeiten mit Mitschülern oder in den Klassen sowie bei Konflikten mit Lehrern oder Eltern; mangelnde soziale Kompetenzen, die im Schulalltag sichtbar werden. Eine notwendige Unterstützung, durch den Schulklub und die Schulsozialarbeit, ergibt sich auch bei vielfältigen familiären Probleme. Viele Kinder leben mittlerweile in Ein-Eltern-Familien (Alleinerziehende) oder Patchworkfamilien. Auch die schulstrukturellen Probleme wie Stigmatisierung und Ausgrenzung sowie Mobbing finden im Schulklub Beachtung und werden gemeinsam mit dem Schulsozialarbeiter aufgearbeitet.

Ein besonderer Fokus liegt in der Arbeit mit Kindern aus Asyl- bzw. Flüchtlingsfamilien.

Diese benötigen immer wieder Unterstützung bei der Schulalltagsbewältigung. Punktuelle Schulverweigerung in einzelnen Unterrichtsstunden, regelmäßiges Zuspätkommen und Unwissenheit aufgrund der Sprachbarriere bei Ausfallstunden bzw. Änderungen im Stundenplan erfordern die Intervention durch Schulsozialarbeit und dem Schulklub. Durch dessen Angebote können Freistunden oder Unterrichtsausfall gut überbrückt werden, gleichzeitig kommen die Kinder mit Gleichaltrigen in Kontakt und lernen im Spiel die Anwendung der Sprache.

Die Kinder benötigen aufgrund der Sprachbarriere, der neuen kulturellen Gegebenheiten, anderer Regelsysteme und Lern- und Erziehungsmethoden, verstärkt Hilfe in den Bereichen Lebens-bewältigung und Soziales Lernen.

Seit Beginn des Schuljahres 17/18 existiert am Gymnasium in Trägerschaft der solaris FZU gGmbH Sachsen Schulsozialarbeit.

Ziele, Inhalte und Angebote des Schulklubs

Die freizeitpädagogischen Angebote dienen der Strukturierung des Schulalltags und unterstützen die aktive und selbst bestimmte Freizeitgestaltung der Schüler/innen. Alle interessierten Schüler/innen der Schule sind Zielgruppe und Nutzer des Schulklubs.

Seine Angebote sind offen, ohne Leistungsdruck auf freiwilliger Basis und an die Tagesstruktur der Schule angepasst.

Sie fördern in einem sanktionsarmen Umfeld das soziale Lernen junger Menschen in gemeinsamen Interessensbereichen. Damit tragen sie z.B. zur Stärkung von Selbstvertrauen bei Leistungsschwächeren bei, bestärken tolerantes Verhalten untereinander und dienen ggf. der Entspannung und Konfliktbewältigung zwischen und unmittelbar nach dem Unterricht.

Die niedrigschwelligen und vielseitigen Angebote eines Schulklubs sind auch geeignet, Kinder mit Migrationshintergrund bzw. Kinder aus Flüchtlingsfamilien einzubeziehen, Sprachbarrieren abzubauen und die Integration in den Schulalltag zu fördern.

Die Schulklubarbeit versteht sich darüber hinaus auch als Element nichtformeller Bildung.

Sie unterstützt mit geeigneten Methoden das gewählte Profil der Schule sowie auch Prozesse der politischen Bildung und knüpft dabei an die Lebens-, Interessens- und Erfahrungswelt der Nutzer an.

Der Schulklub am Gymnasium bietet den Kindern Raum für kreative Gestaltung, Spiel und sportliche Betätigung. Er ist mit der gut sortierten Schulbibliothek eng verknüpft.

Darüber hinaus können die Besucher hier ihre Hausaufgaben erledigen, basteln, Musik hören, sich in eine gemütliche „Quasselecke“ zurückziehen oder an einem der sieben PC-Arbeitsplätze aktiv werden.

Angebote im Innenbereich sind:

  • Bibliothek
  • Zahlreiche Brettspiele
  • Bastelmateriealien und Lektüre
  • Tischkicker
  • Computer und Spielkonsole
  • Couchecke mit TV (zum Abspielen von DVDs & VHS)
  • Sitzsäcke
  • Tische & Stühle
  • Darts (demnächst)

Angebote Außenbereich je nach Wetterlage sind:

  • Tischtennisplatten
  • Ein abgetrennter Bereich für Ballspiele
  • Federball
  • Diverse Geschicklichkeitsspiele
  • Darts (demnächst)

Ziele und Inhalte der Schulklubarbeit

Die freizeitpädagogischen Angebote dienen der Strukturierung des Schulalltags und unterstützen die aktive und selbst bestimmte Freizeitgestaltung der SchülerInnen.

Die Angebote sind offen und ohne Leistungsdruck an die Tagesstruktur der Schule angepasst. Sie fördern in einem sanktionsarmen Umfeld das soziale Lernen junger Menschen in gemeinsamen Interessensbereichen. Damit tragen sie z. B. zur Stärkung von Selbstvertrauen bei Leistungsschwächeren bei, bestärken tolerantes Verhalten untereinander und dienen ggf. der Entspannung und Konfliktbewältigung zwischen und unmittelbar nach dem Unterricht.

Partizipation und Übernahme von Verantwortung durch die Nutzer spielen in der Schulklubarbeit eine wichtige Rolle, z. B. bei der Präsentation des Schulklubs zum Abend der offenen Tür.

Die Schülerinnen unterbreiten regelmäßig ihre Wünsche, Ideen und Vorschläge. Sie können aber auch ihre Kritik und Beschwerden zur Schulklubarbeit loswerden, diese werden entsprechend bearbeitet.

Die Sensibilisierung für den Schutz der Kinder und Jugendlichen in unserer Gesellschaft ist ein Bestandteil der inhaltlichen Arbeit. Es werden u. a. Einzel- und Gruppengespräche geführt und im Bedarfsfall Hilfestellung in Krisensituationen geleistet.

Es erfolgt eine qualitativ hochwertige Nachmittagsbetreuung die nicht nur bei den Schülerinnen, sondern auch bei der Schulleitung, dem Elternrat und vielen Eltern Anerkennung findet.

Dabei sind alle Seiten um eine gute Öffentlichkeitsarbeit bemüht.

Der Schulklubleiter ist offen für eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit dem Schulsozialarbeiter, um sichtliche Synergieeffekte besser und gemeinsam nutzen zu können.

Bei Bedarf ist der Träger jederzeit in der Lage, die vorhandenen Angebote durch thematische Exkursionen, künstlerisch-kreative oder naturwissenschaftlich-technische Aktivitäten zu bereichern.

Strukturelle Komponenten der Leistungserbringung

Der Schulklub nutzt Räumlichkeiten des Gymnasiums im Haus II in der 1. Etage. Auf 140 m2 befinden sich die Schulbibliothek, Computerarbeitsplätze, ruhige Sitzecken die zum Lesen oder Entspannen einladen und eine Sofalandschaft inklusive Spielmöglichkeiten. Die Außenfläche unterhalb des Klubs kann für Sportspiele und Aktivitäten außerhalb des Gebäudes genutzt werden (z.B. Tischtennis, Fußball, Sport- und Bewegungsspiele)

Der Klub ist montags bis freitags von 11.30 Uhr bis 15.30 Uhr sowie bei gesonderten Veranstaltungen geöffnet.

Die eingesetzte Fachkraft ist 20 Wochenstunden tätig. Sie weist sich durch pädagogisches Geschick, Ideenreichtum und Einsatzbereitschaft aus.

Schulklubleiter, Projektträger und Schule sind um eine gute Öffentlichkeitsarbeit bemüht.

Das Angebot wird auf der Internetseite von solaris FZU vorgestellt. Auch auf der Homepage der Schule sollen die speziellen Vorhaben des Schulklubs benannt werden. Für SchülerInnen, Eltern und die interessierte Öffentlichkeit steht ein Informationsblatt zur Verfügung.

Stand: 09.05.2019