Am 16. November 2015 trafen sich 10 Schüler und 2 Lehrer auf dem Flughafen in Leipzig um für knapp 2 Wochen unsere Partnerschule in Neu Delhi zu besuchen. Die Swiss brachte uns mit einem Zwischenstopp in Zürich nach Delhi. Nach etwa 90-minütiger Wartezeit am Einreiseschalter wurden wir dann herzlich von unseren indischen Freunden begrüßt.

   

Am ersten Tag in Indien., für uns Deutsche fühlte sich dieser Novembertag mit knapp 30 Grad um die Mittagszeit wie Sommer an, besuchten wir das National Science Centre. Naturwissenschaften zum Anfassen ... es gab zahlreiche Experimente zum Staunen und Mitmachen. Anschließend gab es ein erstes leckeres indisches Mittagessen auf dem neben dem Museum gelegenen Messegelände. Nach einem Busstopp am India Gate besuchten wir Dilli Haat einen berühmten Markt für traditionelle indische Produkte. Zum 'Diner' lud uns ein Vater einer indischen Schülerin in ein Restaurant ein.

 

          

Am frühen Morgen des nächsten Tages brachen wir zu einer Exkursion zum Jim Corbett National Park auf. Dieser Nationalpark liegt ca. 200 km von Neu Delhi entfernt. Wir erreichten ihn nach ca. 6-stündiger Busfahrt, in der wir die ländliche Seite von Indien zu Gesicht bekamen. Schon bald nach unserer Ankunft brachen wir zu einer Jeep-Safari in den Nationalpark auf. Von den angekündigten Tigern sahen wir nur ausgesprochen frische Fußspuren ... aber vielleicht war das auch besser so. Beim abendlichen Lagerfeuer machte sich unter den deutschen Expeditionsteilnehmern dann Müdigkeit breit.

Nach einer langen und erfrischenden Nachtruhe stiegen wir am nächsten Morgen in den Bus, um zurück nach Delhi zu fahren. Selbstverständlich wurde vorher noch die Solarthermieanlage auf dem Hoteldach begutachtet. Auf der Fahrt gab es einen kurzen Stopp am Museum des Nationalparks und wir besuchten den Garjiva Devi Temple. Hier kam es auch zu unserer ersten Begegnuing mit den heiligen Kühen: Während wir die Treppe zum Hindi-Tempel erstiegen, bewachte eine Kuh unsere Schuhe. Nach einem kurzen Fußbad im Fluss Kosi ging es dann endgültig zurück nach Delhi und wir konnten ausgiebig den Straßenverkehr in den Provinzstädten bestaunen.

Am Freitag, den 20. November war dann unser erster richtiger Schultag in der Summer Fields School. Wir wurden mit einer traditionellen Lichterzeremonie im Foyer der Schule empfangen und hatten in der ersten Stunde: Yoga. Anschließend mussten die Lehrer als Ehrengäste den an diesem Tag stattfindenden Skating-Wettbewerb eröffnen. Danach wurde von allen eine Unterrichtsstunde besucht, bevor wir zur TERI-University aufbrachen um uns hinsichtlich der Forschung in Sachen regenerativer Energien schlau zu machen. Begleitet wurden wir dabei von den beiden Kolleginnen, die im Oktober 2016 mit Schülern nach Chemnitz kommen werden. Nach dem 'Lunch' in der Schule stand dann der Besuch des Akshardham-Tempels in Delhi auf dem Programm. Neben einer hochmodernen Solarthermie-Anlage, die mit Hilfe eines Hohlspiegels Heißwasser für die gesamte Anlage erzeugt, erlebten wir eine faszinierende "Water Show". Leider galten extreme Sicherheitsvorschriften und selbst das Mitbringen von Fotoapparaten und Handys war nicht erlaubt, deswegen kann man sich Bilder nur in der Internet-Fotogalerie ansehen.

Der Samstag,  19. November, begann ebenfalls in der Schule. An Sonnabenden ist zwar kein Unterricht, aber alle 14 Tage gibt es so etwas wie einen Elternsprechtag. Deswegen müssen alle Lehrer in der Schule sein. An diesem Samstag ermöglichte das ein Fachsimpeln der beiden Schulleiter und eine ausgedehnte Fototour durch die Schule. In einer Klasse lernen maximal 45 Schüler. Deswegen muss es auch entsprechend viele Plätze zum Experimentieren im Labor geben ud auch der Info-Raum braucht dann mehr als 40 PCs. Nach dem wir alles begutachtet hatten fuhren wir zu 'TERI gram' (The Energy and Resources Institute). In dieser Forschungseinrichtung liegt der Schwerpunkt der Arbeit ebenfalls auf umweltverträglicher Energietechnik, wobei das Land Indien auf Grund seiner geographischen Lage und seiner wirtschaftlichen Bedingungen ganz andere Probleme zu lösen hat, als ein europäischer Staat. Mit beeindruckend simplen Lösungen versucht man bei TERI gram die Entwicklung des ländlichen Indiens ohne Zerstörung der natürlichen Umwelt voran zu treiben.

Das Indien ein Land voll krasser Gegensätze ist, erlebten wir auf der Busfahrt zurück dann hautnah. Zwischen den Fotos liegen nur wenige Sekunden Fahrzeit.

Am Sonntag machten wir einen Ausflug zur Pratapgarh Farm. Auf dieser Farm hat man es sich zur Aufgabe gemacht, die Erinnerung an traditionelles indisches Handwerk und traditionelle indische Landwirtschaft lebendig zu erhalten. Und von diesen Techniken und Erlebnissen ließen auch wir uns begeistern wie man sieht:


Auf dem Weg zurück nach Delhi bestaunten wir die Landschaft. In Indien kann man drei Mal im Jahr ernten und im Moment blühte gerade der Raps, für deutsche Augen ein ungewohnter Anblick im November.

Am Montag erlebten wir am Morgen in der Schule ein "assembly" (dt.: Versammlung, Zusammenkunft) anlässlich des Besuchs der deutschen Schüler. Anschließend besuchten wir die das Indian Institute of Technology und am Abend war es auch schon Zeit für die die Abschiedsparty, zu der wir passend indische eingekleidet wurden.

Am Dienstag morgen begann der zweite Teil unserer Reise: Da das Thema unserer gemeinsamen Arbeit "Solar energy - our future" war, hatten wir uns entschlossen an das offizielle Programm noch eine dreitägige Rundreise zu den Weltkulturerbestätten in der Umgebung von Delhi (Goldenes Dreieck) anzuschließen. Wir fuhren zuerst nach Agra und besichtigten Agra Fort und das weltberühmte Taj Mahal - zusammen mit 80.000 anderen Besuchern an diesem Tag, was das Erlebnis etwas trübte.

Am darauf folgenden Tag fuhren wir nach Jaipur weiter und machten dabei eine zweistündige Besichtigungspause in Fatehpur Sikri (der verlassenen Stadt). Zu besichtigen war der Palast des Moguls Akbar. Dieser muslimische Herrscher war einer von vielen muslimischen Herrschern in Indien, aber er war einer der großzügigsten und tolerantesten, was unter anderem daran zu sehen ist, dass er in seinem Palast Symbole von 4 verschiedenen Religionen zuließ (Islam, Hinduismus, Sikh, Christentum) In Indien betrachtet man ihn heute als einen der wenigen muslimischen Herrscher an den zu erinnern es lohnt. Kann man daraus nicht etwas lernen für die heutige Zeit?

Am vorletzten Tag unseres Aufenthalts in Indien erklimmen wir auf dem Rücken eines Elefanten das Amber Fort. Nach dessen Besichtigung fahren wir zu einer Edelsteinschleiferei und dann zum Stadtpalast des Maharadscha von Jaipur. Natürlich wird auch der Palast der Winde fotografiert und wir "bummeln" durch die Einkaufsstraße, was sich angesichts der Kühe und der aufdringlichen Händler als nicht so ganz ungestört gestaltet.

Am letzten Tag benötigen wir 6 Stunden für die Busfahrt von Jaipur nach Delhi. Dort ist noch Gelegenheit unsere indischen Freunde für ein paar Stunden wieder zutreffen, dann geht es zum Flughafen und ziemlich erschöpft aber mit reichlich unvergesslichen Eindrücken versehen, lassen wir uns wieder nach Hause fliegen. Vielen Dank liebe Freunde von der Summer Fields School für diese unvergessliche Zeit!