Schüler des Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasiums schreiben

Unsere Gedanken, Träume, Ängste und Leidenschaften geben unserem Alltag die Farben, wir zeichnen durch sie Bilder, Konturen, Ideen, die zu wertvoll sind, als dass sie ungehört, ungesehen, ungelesen bleiben sollten.... Patrick Ehrenberg, Abitur 2003
Seit Sommer 2002 besteht an unserem Gymnasium eine Gruppe von Schülern, die ihre Gedanken und Gefühle in Texte fassen. Es sind Schüler verschiedener Jahrgangsstufen, aber auch ehemalige Schüler. Sie nutzen die Literatur, um ihre Befindlichkeiten – Träume, Liebe, Verzweiflung, Traurigkeit, Hoffnung – auszudrücken.

Manchem sind Steine hingelegt, die er ausmerzen muss,

manchmal muss man um sie herum gehen,

keine Steine zurückwerfen.

Die Literatur hilft, diese Steine zu sprengen oder zu umgehen,

zeigt jedoch immer nur die Möglichkeiten.

Was man daraus macht, ist ausschlaggebend.

Vielleicht finden wir durch sie einen Weg...

Vielleicht überzeichnet sie Tränen mit einem Lächeln.

Vielleicht werden wir Teil der Literatur sein...

Daniel Suchan, Abitur 2002

Diese Texte – Gedichte, Kurzgeschichten, Aphorismen, aber auch ein Theaterstück – sind in drei Bänden,die zwischen 2002 und 2005 entstanden sind, veröffentlicht:

„Zwischen Traum und Wirklichkeit – Befindlichkeiten“

„Im Innern“

„Berührungen“
Mit diesen Texten gestalteten wir mehrere literarisch-musikalische Programme in unserer Aula.

Gegenwärtig bereiten wir einen vierten Band vor, der zu unserem Schuljubiläum im Oktober 2008 veröffentlicht werden soll.

Einige Texte aus den verschiedenen Gedichtbänden

Seelenspiegel
Komm zu
Mir
Fürchte das Ungewisse
Nicht
Diese Angst
Nimmt nur unsere
Hoffnung – meine
Warum näherst du
Dich mir
Nicht
Ich will
Deine Flügel
Kann kaum stehen
Deine Stimme hören
Fang mich auf
Ich habe keine
Furcht zu
Springen
Wenn ich in deinen
Armen ertrinken
Kann
Mach mich wieder
Lachen
Lieben können
Gib Verständnis
Meiner Seele
Dein Bild
Verschwindet
Ich kann es nicht
Halten
Wärst du da
Deine Berührungen streichelten
Meine Wunden

Heilung

Du bist nicht
Real
Vielleicht einmal
Mein Traum bleibt
Daniel Suchan, Abitur 2002

 

Im Innern

der Wille
der Zwang
krankhaft schon
sich zu präsentieren
zu entblößen
bis zum Grunde seiner Seele
auf Anerkennung hoffend
etwas Anerkennung und Zuneigung
bettelnd wie ein Hund
das Lauern auf jemanden der zuhört
und wenn dann gefunden
das fast gehetzte Sprechen
und erschöpft
vom reden
argumentieren
erklären
folgt die Stille
in der der Abgrund lauert
und ohne Gnade
wird unser entblößtes Ich zerfleischt
von einem Blick
einem Wort
und wir liegen am Boden
nackt und ohne Schutz
denn wir sind schon verkauft
in Raten
Sonderangebot natürlich
Katja Zinke, Abitur 2003
Endlos

Wenn Abschied immer Ende wäre,
Würde morgen gestern heißen,
Doch dem Heute folgt ein Anfang,
Wo selbst im Schatten Farben blühen.
Das Blatt, das vom Baum vertrieben niedersinkt,
Weint nicht, sondern leuchtet,
Macht Platz für neues Leben.
Der Tau, der dem Tage weichend sanft zergeht,
Bedauert nichts, sondern funkelt,
Begrüßt lächelnd die Sonne.
Denn Zauber herrscht, wo Ende Anfang,
Wo immer alles neu entsteht.
Stephanie Mann, Abitur 2000

 

Träume

Sanft schwebe ich auf den Wolken meiner Träume. Spüre noch immer die Wärme der aufgehenden Sonne auf meiner Haut und fühle das goldene Licht in mir, welches neues Glück bringt. Noch immer gleite ich durch kristallklares Wasser, das mir im Schein der Sonne zublinzelt. Meine Seele erwärmt, die Wunden heilen, Geborgenheit und Glück bestimmen das Empfinden. Selbst die Nacht erscheint mir freundlich. Nichts von den sonst so furchteinflößenden Schatten, nur funkelnde Sterne und ein heller Mond, der leise sein Lied für mich singt. Das Rauschen des Meeres unterhält sich flüsternd mit dem Streicheln des Windes. Die vom Tag erwärmte Haut kühlt auch jetzt noch nicht ab. Die sonst kaum ertragbare Einsamkeit tut nun so gut. Da niemand mich in meinen Träumen stört. Niemand verschafft sich gewaltsam Zutritt in diese Welt aus Seligkeit und Traum. Und auf einmal ist alles still, die Welt hält den Atem an und strahlt eine sonderbare Ruhe aus, die mir Kraft schenkt. Die der Funke für das lodernde Feuer ist, das mir die Kraft zum Leben gibt. Ich schwebe...                                                                             Janette Harms, Abitur 2005