Am Freitag, den 17. September 2010 war Herr Bakary Samaké, der anlässlich der Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der Unabhängigkeit Malis  für kurze Zeit in Deutschland weilte, erneut in unserer Schule zu Gast. Er hat im Rahmen der geplanten Schulpartnerschaft mit dem Gymnasium von Timbuktu und als Vertreter des in Afrika tätigen Entwicklungsdienstes in den Klassen 6c, 7b und 7c über das Leben und die aktuelle Lage im Mali gesprochen und Fragen der Schüler beantwortet.

Hier sind einige Eindrücke der drei Klassen:

 

Am 17.9. 2010 war Herr Bakary Samaké bei uns zu Gast. Er stammt aus Mali und arbeitet gegenwärtig für den Deutschen Entwicklungsdienst in Afrika. Er berichtete uns viel über sein Land, unsere (= die Chemnitzer) Partnerstadt Timbuktu in Mali  und natürlich auch über sich selbst:

Herr Samaké erzählte uns, dass er 1989 (17 J.) nach Deutschland gekommen ist. Allerdings brachte er keine Familie mit. Außerdem sprach er damals unsere Sprache nicht. Er machte dann in Deutschland ein Jahr Ausbildung, besuchte später die Universität in Leipzig und schrieb dort auch seine Doktorarbeit. Bakary Samaké hat zwar in Deutschland keine Familie, aber in seiner Heimat. Er ist 39 Jahre alt und hat 2 Söhne.

Herr Samaké schilderte uns auch, dass 90% der Bevölkerung Malis nur Landwirtschaft betreiben und dass ganze 80% NICHT lesen und schreiben können. Auf die Frage eines Schülers: „Gibt es eigentlich eine Schulpflicht in Mali?“ erklärte er, dass es schon eine Schulpflicht in Mali gäbe, aber es sei nicht so streng wie hier in Deutschland. Darauf erzählte uns Herr Samaké auch noch, dass die Schule in Mali in drei Schularten unterteilt wird. Als erstes gibt es die Grundschule (1.-5. Klasse). In dieser Stufe gibt es gerade mal einen Lehrer pro Klasse, der alle Fächer unterrichten muss. Die Klassenstärke beträgt bis zu 100 Kindern! Als Nächstes gibt es die Mittelschule (6.-9. Klasse). Hier gibt es pro Fach einen Lehrer. Die Klassenstärke beträgt max. 50 Kinder. Und als letztes das Gymnasium (10.-12.Klasse). Die Klassenstärke beträgt hier „nur noch“ max.30 Schüler. Wenn 2 Lehrer krank sind, springt einfach der Schulleiter für einen der beiden ein. Für den Zweiten wird ein Lehrer einer anderen Schule von der Verwaltung eingesetzt.

Über unsere Partnerstadt Timbuktu erzählte uns Herr Samaké Folgendes:

Es kann manchmal in Timbuktu sehr warm werden, deswegen haben manche Schulen auch nicht so lange Unterricht. In Mali gibt es (wie in vielen anderen Ländern Afrikas) nur zwei Jahreszeiten: die Regenzeit von Mai- September (etwa 28°- 32°) und die Trockenzeit (max.50°) von November- Mai.
In der Trockenzeit haben die Kinder in Timbuktu nur von 7 – 11 Uhr Unterricht. Schule ist sonst immer von 7-12 Uhr  und von 15-17 Uhr, dazwischen ist Mittagspause. Zum Mittagessen müssen die Schüler nach Hause gehen.
Er sprach auch über das Wohnsystem in Mali. Dabei erzählte er uns z.B., dass es in der Hauptstadt Bamako sogar Hochhäuser gibt. In den Dörfern gibt es aber gerade mal Lehmhütten. Hier müssen viele Menschen ohne Strom zurecht kommen. Höchstens auf Kreisniveau gibt es etwas Strom. In Mali gibt es ganze 12350 Dörfer und zwar OHNE STROM.

Also für uns wäre das unvorstellbar!!!                    (Julia Conrad, 7b)

Und hier sind noch einige Fotoeindrücke von unserer interessanten Stunde: 

    

Am 17.9.2010 hatten wir eine besondere Geografiestunde: Herr Samaké aus Mali war bei uns zu Gast.

Er hat uns viel über sein Land erzählt, z.B. wie die Menschen dort leben und was die Kinder so nach der Schule machen. Wir konnten auch Fragen stellen. Wir haben komischerweise ;-) nur Fragen über die Schule gestellt. Und so erfuhren wir unter anderem, dass in der Grundschule, also in den Klassen1-5 ca. 100 Schüler in einer Klasse sind. Und dass es nur einen Lehrer für diese 100 Schüler gibt! Wir erfuhren auch, dass der Unterricht meistens im Freien stattfindet, da es kaum Schulhäuser gibt. Außerdem können 80% der Einwohner Malis nicht lesen und schreiben. So war Herr Samaké einer von nur zwei Männern, die in seinem Jahrgang aus ganz Mali das Abitur schafften.
Es war interessant zu erfahren, wie es in einem Land ist, wo es den Menschen nicht so gut geht.

Melanie und Anna, 7c

 

Unser Gast aus Mali

Am 24.09.10 besuchte uns Herr Samaké. Eigentlich war der Besuch in der 4. Stunde geplant, als wir dann leider erfuhren, dass Herr Samaké Verspätung hätte, fanden wir uns schon damit ab, dass der Geografieunterricht doch „normal“ stattfinden würde und wir keinen Mann aus Mali interviewen könnten.

Aber als wir dann im Deutschunterricht saßen und es plötzlich unerwartet klopfte, wussten wir alle sofort, wer dort vor der Tür stand. Herr Samaké und Frau Becker erzählten uns kurz von ihrer „Reise“ in das andere Haus. Danach verging die Zeit wie im Flug: Herr Samaké erzählte von der Lage, der Schulbildung, der Ernährung, den verschiedenen Wohnmöglichkeiten in Mali und vielem mehr. Es war sehr interessant, vor allem weil wir auch Fragen stellen konnten, die uns interessierten.

Und da wir im Deutschunterricht gerade das Thema „ Wege beschreiben“ haben, bauten wir das auch gleich mit ein und beschrieben ihm den Weg vom KaSchmiR- Gymnasium bis zum Hauptbahnhof, denn da musste Herr Samaké anschließend wieder hin.

Uns hat der Besuch sehr gefallen.

Klasse 6c (Dorothea Kramer)

        

Vielleicht gelingt es uns ja in der nächsten Zeit, gute Ideen zu entwickeln und unsere Aktionen über die Antirassismusgruppe zu koordinieren, um neben anderen Ländern auch Mali mit unseren Mitteln und seiner Hilfe zu unterstützen.

Schauen wir gemeinsam über den Tellerrand!