Anfang Oktober 2018 besuchten Schüler der 8. und 10.Klassen unseres Gymnasiums eine besondere Ausstellung in der Stadtbibliothek im Tietz, die anlässlich des Jubiläums  „50 Jahre Städtepartnerschaft Chemnitz – Timbuktu“ vom Verein Chemnitz-Timbuktu e.V. organisiert wurde.

Amelie, Neele und Linda aus der 8b beim Betrachten der Manuskripte

Herr Dr. Diagayeté, Generaldirektor des Ahmed Baba-Instituts in Timbuktu, erklärt den Schülern der 10b die Vielfalt der Manuskripte

Herr Dr. Diagayeté erklärt den Schülern der 10b die Vielfalt der Manuskripte

Die Städtepartnerschaft ist am 6. Oktober 1968 beurkundet worden. Aus diesem Anlass fand eine feierliche Eröffnungsveranstaltung statt, an der von malischer Seite  die Botschafterin in Deutschland, Ihre Exzellenz Frau Oumou Sall Seck sowie der Bürgermeister von Timbuktu, Herr Aboubacrine Cissé und zwei seiner Stellvertreter ebenso wie  Herr Dr.Diagayeté als Leiter des Ahmed-Baba-Instituts und von deutscher Seite Herr Frank Heinrich (MdB) und Herr Michael Stötzer (Bürgermeister für Stadtentwicklung und Bau der Stadt Chemnitz) sowie Herr Marcel Maïga und Herr Bernd Aschauer vom Verein Chemnitz-Timbuktu e.V. teilnahmen.

 

Die Botschafterin Malis, der Bürgermeister von Timbuktu sowie Marcel Maïga und Bernd Aschauer vom Verein Chemnitz-Timbuktu e.V.

Ausgestellt wurden 25 ausgewählte Originalhandschriften des Ahmed-Baba- Instituts in Timbuktu. Begleitet wurde die Ausstellung durch den Wissenschaftler und Leiter des IHERIAB , Herrn Dr. Mohamed DIAGAYETÉ.

Seit dem Mittelalter war Timbuktu ein Zentrum islamischer Gelehrsamkeit. Unzählige Gelehrte sowie Studenten hielten sich hier auf. Zahlreiche Schriften und Bücher gelangten aus dem arabischen Raum nach Timbuktu und wurden hier kopiert. Weitere Schriften wurden in Timbuktu selbst verfasst. Als Schriftsprache bediente man sich des Arabischen. Allerding sind die so entstandenen Schriften nicht nur in arabischer Sprache – in zahlreichen Dialekten der großen arabischen Welt – sondern auch in lokalen Sprachen wie Songhai oder Fulbe verfasst.

Inhaltlich setzen sich die Schriften mit allen Themen und Bereichen des Lebens auseinander. So gibt es neben Koranexemplaren und Abhandlungen zu religiösen Themen auch zahlreiche Schriften zur Rechtsprechung, Mathematik, Physik, Astrologie, Astronomie, Sprachwissenschaft (Grammatik) und Literatur. Aber auch Ratschläge zu alltäglichen Problemen wie Ehestreit, angemessenes Sozialverhalten oder Wirkung von tierischen Produkten auf den Menschen sind in den Schriften enthalten.

Die Manuskripte und Schriften sind zu großen Teilen bis heute im Besitz von privaten Familien. Dies erklärt auch die zahlreichen kleinen Bibliotheken in der Stadt, die diese bis heute beherbergen.

 

Bibliothek Essayouti

IHERIAB neuer Sitz

Sankoré Moschee

Stadtmuseum Timbuktu

 

Ein bedeutender Teil der Schriften wird vom staatlichen Institut des Hautes Études et de Recherches Islamiques Ahmed Baba (IHERIAB), welches oft auch einfach als Ahmed-Baba-Institut bezeichnet wird, verwaltet und betreut. Dort werden die vorhandenen Bestände wissenschaftlich ausgewertet, katalogisiert und digitalisiert.

Da Schüler unserer Schule  bereits seit mehreren Jahren kleine Aktionen durchführen, um das Gymnasium von Timbuktu beim Erwerb von Materialien vor allem für den Deutschunterricht zu unterstützen, konnte erneut eine Spendensumme übergeben werden.

Übergabe von Spendengeldern der KaSchmiR-Schüler an Herrn Dr. Diagayété