Das war die erste Frage, die sich Frau Morgenstern und mir stellte, als wir am 28.09.2018, 23:30 Uhr deutscher Zeit, in Rimouski (Québec, Kanada) ankamen. Wir beide hatten die Ehre, im Rahmen des Filmfestivals „Carrousel“ in zwei Jurys mitarbeiten zu dürfen. Frau Morgenstern war ein Teil der „Jury jeune adulte“, also der jungen Erwachsenen und ich war Mitglied der „Jury internationale“ (international bedeutete: vier Kanadier und ich 😊).

 

Aber der Reihe nach: Alles begann mit der Herausforderung, sich gepäcktechnisch für zwölf Tage auf 8 Kilo Handgepäck zu beschränken. Nach einer Übernachtung in München flogen wir am Freitag nach Lyon, von da aus weiter nach Montréal und dann in den kleinen Ort Mont Joli. Dort wurden wir von einem Mitarbeiter des Festivals abgeholt und in das Hauptquartier gefahren. Hier holten uns unsere Gastfamilien ab. Wir wurden sehr herzlich empfangen und umsorgt. Es war eine interessante Erfahrung, dass in meiner Gastfamilie drei Sprachen – Deutsch, Englisch und Französisch – flüssig und fehlerfrei gesprochen wurden: Chapeau. Am Samstag reisten Frau Böttger, Laura Böttger und Clara Gutte aus der 12. Klasse nach einem Zwischenstopp in Montréal an. Nachdem wir uns am Samstag etwas akklimatisieren konnten, ging es dann am Sonntag mit dem Eröffnungsfilm los. Mit etwas Herzklopfen mussten wir feststellen, dass das Quebec-Französisch nicht leicht zu verstehen ist. Am Montag ging es für mich schon mit der Juryarbeit los, wir guckten einen Film und berieten uns.

Ab Dienstag begann unser normaler Tagesablauf, der folgendermaßen aussah: Zum Mittagessen stand immer ein Kurzfilmprogramm an, das abwechselnd von den beiden Jurys bewertet wurde. Für die internationale Jury waren anschließend Aktionen, wie Bouldern, Escaperoom, eine Stadtrundfahrt oder ein Workshop geplant. Von 17-19:00 Uhr fand das für die Region typische „5 à 7“ statt – ein lockeres Treffen, bei dem man sich bei Snacks unterhält. Anschließend folgten Spielfilme. Die Aufgabe der Jurys bestand darin, den besten Kurzfilm und den besten Spielfilm zu küren. Deswegen gab es nach jedem zu bewertenden Film eine sogenannte „Délibération“ (Beratung). Am Samstag musste sich dann endgültig entschieden werden, welche Filme am Sonntag bei der Gala die Preise bekommen sollten. Als Highlight ist noch die „90’s Party“ am Samstagabend zu erwähnen, bei der man sich durch einen Friseur im 90er Stil frisieren lassen konnte. Als Abschluss fand die sehr schön gestaltete Gala am Sonntag statt, nach der die Jurys gemeinsam essen gingen und anschließend noch eine Party besuchten. Bei der Verabschiedung flossen dann auch ein paar Tränchen, da wir uns in der Woche alle sehr gut verstanden haben und sehr viel Spaß hatten.

Am Montag machten Frau Morgenstern und ich noch einen Ausflug mit meiner Gastfamilie und am Dienstag traten wir die Rückreise an. Wir landeten mit einem Jetlag am Mittwoch nach 12 Tagen Kanada wieder gut in München.

Die Zeit in Kanada war eine wahnsinnig tolle und schöne Erfahrung. Die Natur ist wunderschön, der Indian Summer die Wucht.

Es ist beeindruckend, wie dünn das Land besiedelt ist.

Mir gefiel besonders die Lockerheit der Menschen, die nie meckerten, so dass wir uns sehr wohl fühlten. Nach einiger Zeit gewöhnten wir uns auch an den kanadischen Akzent im Französischen. Thanksgiving in der Familie war ein tolles Fest.

Wir bedanken uns daher beim Filmfestival „Carrousel“, der Schule, dem Förderverein und unseren Familien, dass sie uns diese einzigartige Reise ermöglicht haben! Vielen Dank an Frau Morgenstern und Frau Böttger für die ganze Organisation!

 

                                                                                              Caia Wohlleben, 10b