Eine Psychiatrie, drei Männer, die denken, dass sie Physiker sind, eine Ärztin und drei
Morde. Dies ist die Handlung der Tragikomödie „Die Physiker“ (1961) vom Schweizer
Schriftsteller Friedrich Dürrenmatt, welche wir, die Grundkurse Deutsch 11 am 22.09.2022 im Spinnbau anschauen durften. Da es sich um die Hauptprobe handelte, waren wir die ersten Zuschauer, die dieses Stück besuchten. Der Spinnbau, eine kurz nach der Wende stillgelegte Fabrik, ist derzeit ein Interimsspielort für das sanierungsbedürftige Schauspielhaus in Chemnitz.
In der Handlung des Stücks kommen verschiedene Personen mit unterschiedlichen Charakteren vor. Im Verlauf des Stücks werden die wahren Persönlichkeiten der Personen deutlich. Die eigentliche Hauptfigur ist Johann Wilhelm Möbius, der sich als psychisch kranken Physiker ausgibt, jedoch eigentlich damit nur die Welt vor seinen Forschungsergebnissen schützen will. Weitere Personen sind Herbert Georg Beutler, welcher denkt, er sei Newton, Ernst Heinrich Ernesti, welcher wiederum denkt, dass er Albert Einstein sei und Mathilde von Zahnd. Sie ist die Leiterin der Nervenheilanstalt, in welcher die drei Physiker gerade behandelt werden. In der Klinik passieren diverse Morde, die alle in Verbindung zu den Physikern stehen. In der Gesamtheit der Tragikomödie wird die Grundfrage nach der Verantwortung der Wissenschaft für die Gesellschaft dargestellt.
Die Aufführung im Spinnbau war geprägt durch groteske, lustige, aber auch traurige
Szenarien, welche hervorragend von den Schauspielern gespielt wurden. Zudem war das Bühnenbild sehr anschaulich gestaltet.
Vor und nach dem Stück hatten wird noch sehr anregende Gespräche mit der
Dramaturgin Kathrin Brune.
Die Aufführung finden bis Ende Februar 2023 statt, es lohnt sich dieses Theaterstück gesehen zu haben!
Wir fühlten uns sehr geehrt, dass wir diese Gelegenheit bekamen, die Hauptprobe erleben zu dürfen. Zudem danken wir unseren Deutschlehrerinnen Frau Hofmann und Frau Wünsch, die uns den Besuch ermöglichten.


Jonathan Tolkmitt

theater22