Große Klappe und viel dahinter - Jugend debattiert

pro contra„Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität. Sie widersprechen ihren Eltern, […] und tyrannisieren ihre Lehrer.“ Bereits in diesem mehr als 2000 Jahre alten Zitat des griechischen Philosophen Sokrates wird herausgehoben, was noch heute an der Jugend kritisiert wird: Sie widerspricht! Eine wirklich unerhörte Angewohnheit!

 

Nun könnte es Sokrates erstaunen, dass gerade diese Angewohnheit an den Schulen heute nicht nur geduldet, sondern sogar gefördert wird. „Jugend debattiert“ nennt sich diese Unsitte und wird auch von den Schülerinnen und Schülern des Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasiums in beeindruckender Art und Weise betrieben. Schon ab der 5. Klasse und verstärkt ab der 8. Klasse trainieren die Kinder in verschiedenen Zusammenhängen, ihre Positionen begründet zu vertreten. Im Alltag bleibt es nicht aus, dass es zu Uneinigkeiten mit Eltern, Lehrern und Mitschülern/ Mitschülerinnen kommt und das ist gut so! Die Schülerinnen und Schüler sollen lernen, in solchen Situationen ihre Meinungen und Ansichten durchdacht und mit schlagkräftigen Argumenten unterlegt, behaupten zu können.

Ab der 8. Klasse können sie dann beim Wettbewerb „Jugend debattiert“ zunächst in und dann auch außerhalb ihrer Klassen zeigen, was sie gelernt haben. So fand auch in diesem Jahr am 24. Januar der Schulwettbewerb statt, in dem die besten Debattantinnen und Debattanten ihrer Klassen zeigten, dass auf sie der Ausspruch „große Klappe, nichts dahinter“ keinesfalls zutrifft. Am Ende erzielten Liska Päßler (9b), Lara Guth (9b), Emanuel von Baer (9a) und Leonie Leuschner (9a) in der Altersgruppe I sowie Hannah Seifert (11), Tim Heinzig (10a), Lenny Rülke (10b) und Sven Schipnewski (11) in der Altersgruppe II die besten Ergebnisse und qualifizierten sich somit für den Regionalwettbewerb am Gymnasium in Einsiedel.

Dieser wurde am 10. März durchgeführt und auch hier zeigten die Schülerinnen und Schüler des KaSchmiR, dass sie ihre Argumente auf überzeugende Weise artikulieren können. Im Finale der Altersgruppe I standen daher mit Lara Guth und Liska Päßler gleich zwei Schülerinnen des KaSchmiR und lieferten eine spannende Debatte zur Frage, ob es möglich sein sollte, Windräder näher an Wohnsiedlungen errichten zu dürfen. Aber auch in der Altersgruppe II erreichten sowohl Hannah Seifert als auch Lenny Rülke das Finale und debattierten hitzig zur Frage, ob die Handynutzungszeit für Jugendliche analog zum Jugendschutzgesetz geregelt werden sollte. Am Ende gewann Hannah Seifert den Regionalwettbewerb in ihrer Altersgruppe und Liska Päßler belegte einen starken zweiten Platz.

Es mag sein, dass die Jugend früher wie heute oft eine große Klappe hatte bzw. hat, fest steht jedoch, dass sich zumindest bei unseren Debattantinnen und Debattanten nicht nur heiße Luft dahinter verbirgt.